Dienstag, 18. September 2012
Pommersches Kochbuch
Einem geschenkten Gaul guckt man nicht ins Maul, aber diesmal guckte ich doch endlich in mein Geburtstagsgeschenk vom vorletzten Jahr oder so.
Es handelt sich um das Pommersche Kochbuch, herausgegeben von H.v.Geibler, einem Nachdruck der Ausgabe aus dem Jahr 1925.

Bei einem interessanten Rezepttitel gleich auf Seite 5 blieb ich hängen (meine Kommentare in Klammern):

Schildkrötensuppe
(Ich wusste garnicht, dass es 1925 Schildkröten in Pommeren gab!)

Der Hauptbestandteil dieser Suppe ist die amerikanische Schildkröte:
In Ermangelung dieses seltenen Tieres nimmt man 1 Kalbskopf, und wenn es für 30 Personen sein soll, noch 3 Kalbsfüße dazu.
Dieser Kopf und Füße werden eine Nacht gewäsert, die Augen ausgestochen, das Maul recht aufgesperrt, damit die Zunge etwas gereinigt werden kann.
Dann warm abwaschen, recht früh mit Salz in kaltem Wasser aufgesetzt, abgeschäumt, recht viel Gewürz und Lorbeerblätter dazugetan (mit Katze auf dem Schoß tippt es sich schwierig), dann ganz langsam kochen lassen, damit es recht weich wird. Dann nimmt man den Kopf usw. heraus, schneidet alles Gallertartige davon ab, dies in kleine schmale Stücke, aber keine Fleischstücke dazu, denn die Schildkröte besteht nur aus solchem gallertartigen Fleisch, von den Füßen ebenfalls dazu (die Katze schnurrt).
Diese Masse tut man in eine Topf, gießt gute Bouillon dazu und etwas Madeira oder Portwein, läßt es auf heißer Stelle ziehen und ganz wenig dämpfen. Die Suppe besteht nun aus einer sehr kräftigen Bouillon von Rind- und Hammelfleisch, die man mit Gewürz, auch einigen Schoten, Muskatblüten, Lorbeerblättern, alles doppelt viel, ebenso Pfefferkörner kocht; auch wenn man Jus von Kalbsbraten oder Roastbeef hat, nimmt man dazu, um die rechte Kraft hervorzubringen. (Die Katze schläft)
Dann tut man soviel Schwitzmehl, dass die Suppe etwas sämig ist, und auch etwas braunen Zucker dazu, da die Farbe bräunlich sein muss. (Die Katze hat den Platz verlassen)
Das Schwitzmehl muß 1 1/2 Stunde mit der Bouillon gut zugedeckt kochen.
Kurz vor dem Anrichten tut man 1 Glas Madeira oder Portwein nebst dem Kalbskopf oder die wirkliche Schildkröte, die man in Büchsen kauft, (AAAAHHHH!!!!) dazu. In der Regel gibt man noch ganz kleine Fischklößchen (irgendeine Fleischsorte, die hier noch nicht drin ist außer Schildkröte?), wie eine kleine Niere groß und in Wasser vorher gekocht, dazu.

Wohl bekomm's! Wer hätte gedacht, was für geniale Kochbücher es heutzutage gibt! Nicht nur dass es Inhaltsverzeichnisse und Zutatenlisten gibt, auch die Anzahl an Personen, die das Gericht sattmacht, wird heutzutage dazugeschrieben. Von Bildern zu schweigen.

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Donnerstag, 13. September 2012
Schwein gehabt, Tabby
Neulich bekamen wir ein Hundespielzeug in Form eines rosa Schweinchens geschenkt. Bei geschicktem Drauf-Drücken quieckt es. Wir schlossen schon Wetten über die Lebensdauer des bedauernswerten Tieres ab, denn grad hatten die Pelztiere zwei Vollgummibälle komplett zerlegt.

Der verwöhnte Hund der alten Dame war auf Besuch außer Haus, so durften Tobi und Trixi erstmal damit spielen.
Tobi als der Rudelführer hatte natürlich die besseren Karten und spielte hingebungsvoll unter leisem Quieken-Lassen.

Dann war das Schweinchen verschwunden. Das führte erstmal dazu, dass Nelly bei ihrer Rückkehr keine Zerfleisch-Aktion durchführen konnte. Aber auch wir konnten das Schweinchen nicht finden. Es konnte nur verbuddelt sein.

Etliche Tage später machte sich meine bessere Hälfte im Garten zu schaffen und mitten im Komposthaufen wurde sie dann fündig. Anschliessend gaben die Pelztiere dem Gummitier den Garaus. Es dauerte keine halbe Stunde, dann war erstmal ausgequiekt. Wenig später konnten wir dann auch das Innenleben des Tieres bewundern, dort befand sich noch fluffiges Gewebe. Schliesslich mussten wir die Reste aus der Reichweite der Mäuler entfernen, um Verdauungsprobleme zu verhindern.

Minki (wir haben sie umgetauft, weil wir zwischenzeitlich dachten, doch einen Kater erwischt zu haben - das wäre zumindest beim Kastrieren billiger) entwickelt sich prächtig und vor allem weitestgehend hundekompatibel :-)

Dafür das wir garkeine Katze mehr wollten, solange wir 2-3 Hunde haben, ist sie uns schon ziemlich ans Herz gewachsen! Minki kommt, wenn die Hunde kommen. Sie steht zwischen ihnen, wenn sie an die Leine wollen. Sie kommt sogar meist auf ihren Namen und sie ist super zutraulich und schnurrig.

Nachdem meine bessere Hälfte beim Tierarzt Anzeigen mit norwegischen Waldkatzen gesehen hat und mich damit ganz närrisch gemacht hatte, ob wir vielleicht eine Rassekatze haben, habe ich ein wenig gegoogelt. Nachdem schnell klar war, dass norwegische Waldkatzen ein langes Fell haben, wir jedoch eine Kurzhaarkatze, war aber meine Neugierde geweckt. Minki hat so eine seltsame Maserung, wie ich sie noch nie zuvor gesehen hatte. Und sie hat lange naseweise Haare an den Ohren, die zu einer Spitze abstehen. Und sie ist eben so viel zutraulicher als alle Katzen, die ich bisher kenne.

Ich versuchte also mehr über das Muster herauszubekommen und lernte erstmal was über die verschiedenen Fellfarben der Katze. Dreifarbige Katzen heißen auch Schildpatt. Und die Maserung meiner Katze nennt sich Tabby. Echtheitscheck: weiße "Brille" um die Augen und ein "M" auf der Stirn als gemaserte Linie.

Nachdem ich dann nach Bildern zum Thema Tabby googelte und ganz viele so ähnlich aussehende Katzenbilder fand, von denen ganz viele mit dem Text BKH verknüpft waren, ging die Recherche weiter.
BKH ist die Abkürzung für Britisch (!) Kurzhaar. Und bei Charakter der British Kurzpaar-Katze dachte ich bei jedem Satz: Genau! So isses!

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