Samstag, 6. November 2010
Kew Gardens
Ich bin mit meinem ehemaligen Mitschüler D. in London verabredet.
Irgendwie verfahre ich mich auf dem Weg nach Didcot (die Party...) und obwohl ich einen relaxten Zeitplan hatte, wird es ein wenig eng. Aber es reicht noch zum Parkschein lösen und es hätte auch noch zum Fahrkarte kaufen gereicht, wenn denn die Schlange nicht so lang wäre. Ich fahre also schwarz. Das Return-Ticket hätte mich an diesem Sonntag 20 GPB gekostet, die einfache Rückfahrt wird mich später 19,90 kosten.
Viel Nervenkitzel für nur 10penny.

Nachdem mein Zug dann auch noch Verfrühung hat, trinken wir in Paddington erstmal einen Kaffee.

Westlich von London, an einer Tube-Station, liegt Londons Botanischer Garten: Kew Gardens. Das Tagesticket kostet knapp 6 UKL aka GBP. Erstmal kaufen wir noch einen Schirm, denn ich war so müde nach der Party, dass ich doch glatt den Schirm zuhause vergessen habe.

Wir müssen an einem Bahnhof umsteigen, wo die Anzeige noch ein wenig altmodisch ist. Ein beleuchteter Pfeil zeigt die Richtung des nächsten Zuges an. Dazu gibt es nur eine Auswahl an Endhaltestellen.
Natürlich kommen ständig Züge an, deren Endhaltestellen mit denen der Beschilderung nicht übereinstimmen.

Warum muss ich jetzt beim Schreiben an mein EasyRydah-Projekt denken??? Mennoh!

An der Kew Gardens Station angekommen machen wir erstmal Lunchpause.
D. ißt das vegetarische Roast, bestehend aus Nüssen und Sellerie. Ich entscheide mich für die Erdbeerschnitte. Mit viel Cremefüllung, wie sich herausstellt. Vermutlich ist seine Energiebilanz dann doch ausgeglichener als meine.

Kew Gardens stellt sich als Volltreffer heraus. Nicht nur dass ich sowieso alle botanischen Gärten an meinen Urlaubs- und Abordnungs-Orten besuchen muss, wie mir nun langsam selbst auffällt.
Das Wetter wird noch schön und es ist ein milder Tag. Und meine Begleitung ist sehr angenehm.

... sie nimmt geputzte menschen dafür ...
kein Osterspaziergang

Wendeltreppe ins Paradies
Wendeltreppe ins Paradies

Blick von oben in einem der Gewächshäuser, das ist keine Achterbahn
Keine achterbahn

Diese lustigen Würmer drehen ihre Köpfe nach den Besuchern
Lustige Würmer
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Es gibt sogar eine Algensammlung
Algensammlung

Auch in Kew ist es: Herbst
Herbst in Kew Gardens

Es wird durchgeblüht
Es wird durchgeblüht

Ich entdecke einen Gingko
Der Gingko

Wir können in den Bäumen spazierengehen, dazu dient diese Konstruktion
In den Bäumen
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Die Engelstrompete heißt sicher so, weil sie so giftig ist. Wer von ihr nascht ...
Engelstrompeten

Meterhoher Farn von oben in einem anderen der Gewächshäuser
meterhoher Farn

Ein Gewächshaus. Ja hiervon gibt es mehrerere.
Gewächshaus

Und jetzt noch was für meine Japan-Fans. Viele Grüße übrigens. Nachdem Ihr schon den Gingko bewundert habt, hier noch eine wunderschöne japanische Gartenanlage, sogar mit Tempel.
Japan in London

Danach fahren wir dann noch nach Richmond. Wie der Name schon sagt, da wohnen die Rich people. Zum Beispiel meine Vermieter. Richmond ist nur eine Station von Kew entfernt, aber die Züge fahren nicht allzuoft. Als wir ankommen, ist es schon dunkel. Zeitumstellung. Wir laufen an der Themse entlang und es ist mild und schön. Wir gehen in den Pub und haben ein zünftiges Halloween-Dinner. Das heißt, wir sehen viele verkleidete Leute und Kinder, die Süßigkeiten einsammeln. Anschliessend schlendern wir durch die Geschäfts- und Kneipenstraßen entlang zurück zum Bahnhof. Es erinnert mich an Berlin Prenzlauer Berg, auch wenn D. meint, das wäre kein passender Vergleich. Aber er ist im Moment genausowenig Berliner wie ich, auch wenn er dort mehr Jahre seines Lebens verbracht hat.

So, das war mal wieder eine kleine Auswahl von über 100 Fotos an diesem Tage.

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Halloween und bonfire Nacht
Hallo ween dürfte ja mittlerweile auch in Deutschland bekannt sein.
Für meine WG immer ein guter Grund für eine Party:
Der Tod
A. von Annex hat sich als Gevatter Tod verkleidet.
Ich finde den Schrumpfkopf ja höchst gruselig. Offenbar waren die Briten nie in einem KZ-Museum. Das Ding ist aber nur aus Gummi.

Aber die Party geht noch weiter.
Die Party geht weiter
Keine Ahnung, wer hieran glauben musste.
E. aus Belgien war zu Besuch, sie hatte am nächsten Tag jedenfalls noch ihr blondes Haar.

Bonfire night

Jetzt verstehe ich, warum die Briten zu New Years Eve (Silvester) so gesittet feiern. Sie machen das Feuerwerk schon in der Bonfire night.

Heute gibt es überall Feuer und Feuerwerk. Nebenan, wo sonst der Motocross brummt, ist auch eine Lasershow im Gange und die Musik wabbert bis hierher. Nur die Fotos lassen mal wieder zu wünschen übrig.
Aber eines tue ich doch noch rein.
Feuerwerk

Gestern abend fehlte mir was. Keine Party, das Haus seelenruhig und menschenleer. Die Erklärung: Die Party fand woanders statt. Nein, ich bin wirklich kein Party-Typ und es wird Zeit, wieder nach Hause zu kommen und in Ruhe im beheizten Wintergarten zu lesen. Denn unser Conservatory ist kalt.

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EasyRydah
Die Tage hatten wir ein richtig gutes Meeting.
Der Haarling meinte, alle Betroffenen der vielköpfigen Sagengestalt sollten doch mal zum Erfahrungsaustausch zusammenkommen. Ich bat dann mein Gegenüber dazu, der schliesslich das Monster in der Zukunft bändigen muss.

In der Tat kamen ausser den Eingeladenen auch noch alle CC's (also alle die die email im cc erhalten hatten) und einige hatten anscheinend ihre Freunde mitgebracht.
Der Besprechungsraum mit dem schönen Namen J2/17 war jedenfalls rammelvoll.

Der Haarling hatte M&S Marshmallow mit Keks und Schokolade dabei, wie Pralinen verpackt. Vielleicht sollte ich meine Entscheidung zurückzugehen doch überdenken. Oder ich brauche jemanden, der mir dann care-Pakete nach D schickt.

Wir stellten dann fest, dass alle Betroffenen ihre Arbeit auf andere Weise erledigt hatten und dazu das CFW auf andere Weise verwendeten. Dann stellten wir fest, dass das Composite Feature, dass ich in die Sagengestalt mit Klaus zusammen eingebaut hatte, auch im CFW vorhanden ist. Wir haben also das Rad nochmals neu erfunden. Und der schreckliche Junge meinte, es muss mal einen Vortrag zum Thema CFW geben.

Nach einer Stunde, wir waren immer noch mitten im Diskutieren, steckte die nächste Truppe den Kopf in die Tür und meinte nur: Das muss ja ein nettes Meeting sein!
Sie haben in Sekundenbruchteilen die Stimmung erfasst und daraus geschlussfolgert, dass ihr Meeting viiiiiiiieeeeeeeeeeeeelllll langweiliger ist.

Später meinte mein Gegenüber, das wäre ein wirklich gutes Meeting gewesen und diese Leute würden sich sicher mindestens 2*wöchentlich zu diversen Meetings treffen, aber offensichtlich hätten sie riesigen Bedarf an echten fachlichen Diskussionen.

Ist doch immer mein Reden. Ich kann viel besser arbeiten und habe viel mehr Ideen, wenn ich mit jemand darüber reden kann. Noch besser, wenn die Person dann nachfragt, dumme Kommentare macht etc. Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.

1 Tag später hatte ich dann die Idee, wie ich "make myself redundant" mich am besten überflüssig machen kann: EasyRydah!

EasyRydah (kein Tippfehler, wenn Ihr die Buchstaben neu würfelt, findet sich die vielköpfige Sagengestalt darin) heißt das neue Projekt. Die Idee: Alle Köpfe gehen in das Projekt, daraus wird dann ein SU release, also ein Software-Produkt.
Um einen konkreten Kopf zu verwenden, zum Beispiel den von dem rumänischen Engel, wird eine entsprechende Kommandozeilenoption aktiviert. Damit hat mein Gegenüber dann faktisch nichts mehr zu tun, solange die Sagengestalt keine neuen Köpfe braucht.

Dazu benutze ich eine weitere Erweiterung der Software, die ich für den schrecklichen Jungen programmiert habe. Und plötzlich fühlt sich alles so gut an. Endlich macht die Erweiterung Sinn, ich habe sie auch endlich "richtig" gemacht, so dass sie viel einfacher als vorher wird. Alles wird gut. Ich bin mit mir zufrieden und es lief auch gestern schon, also am 3. Tag nach "Geburt" der Idee. Nun ja, ich war eine ganze Weile damit schwanger, sozusagen.

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Samstag, 30. Oktober 2010
UKL und Sitzung
Ganz Europa kürzt Pfund mit GBP ab. Ganz Europa?
Nein. Ein kleines Inselvolk großer Briten und Nordischer Iren nennt es auch UKL. Aber kann das "L" dann nicht erklären. Irgendwas lateinisches. Die Recherche überlasse ich heute mal meiner werten Leserschaft. Vielleicht wisst Ihr ja mehr?

Nach 10 Monaten lerne ich, dass wir uns jeden 2. Freitag um 10 besprechen.
Mir *völlig* neu. Das sage ich dann auch. Mein Gegenüber sagt, ich würde mich gut ins Team einfügen. Britischer Humor. Ich stelle dann fest, dass wir in der Tat schon 3 Besprechungen dieses Jahr Freitags um 10 hatten und dann noch eine Freitag nachmittag. Sowie noch ein paar Besprechungen an anderen Tagen.

Aber mir solls ja recht sein. Um 10 ist aber der Chef be-chef-tigt, äh, be-schäf-tigt.
Also sitzen wir Freitag nachmittag. Ich erwähnte schon, dass die schöne deutsche Devise Freitags um Eins macht jeder Seins nicht übersetzbar ist?
Nein, Freitag um 2 machen wir Meeting.

Zunächst haben wir keinen Schlüssel. Mein Gegenüber muss sich auf die Suche nach dem Schlüssel begeben, weil der Chef und mein anderes Gegenüber volle Kaffeetassen haben. Er grummelt vor sich hin, dass er nächstes Mal auch Kaffee mitbringt.
Es gibt 3 potentielle Anlaufstellen für die Schlüssel. Stelle 1 ist unbesetzt, aber die Tür offen. Stelle 2 ist unbesetzt und die Tür verschlossen. Stelle 3 (im anderen Stockwerk) ist unbesetzt und ein Zettel "komme gleich wieder" hängt am PC.

In der Zwischenzeit beschließen wir, folgenden Verbesserungs-Vorschlag in das Staff suggestion schema zu geben: Die Türen mit Zahlencode versehen und der Raumbuchende bekommt zusammen mit der Raumbuchungs-Email den Zahlencode zugeschickt. Dann kann der Code sogar für jede Sitzung neu programmiert werden und man hat immer einen Schuldigen.
(BTW Klaus: Der da wo das Raumbuchungssystem programmiert hat, übernimmt den Job des Gegenüber, damit der meinen Job machen kann.)

So. 10 Minuten sind um, der Kaffee ist kalt, mein Gegenüber frustriert und wir gehen ins Foyer und setzen uns da an einen Tisch. Es zieht. Nach 1,5 Stunden bin ich dann auch kalt und nächstes Mal nehme ich mir mit:
einen dicken Pollover, ersatzweise Jacke
eine große Tasse heißen Tee, am besten in der Thermoskanne

Aber wir haben mal wieder miteinander geredet, schliesslich sitzen wir bis auf den Chef alle in einem Zimmer und da mein Gegenüber introvertiert ist (zumindest in diesem Punkt sind sie wie ein Mann), reden wir eben nicht allzu viel. Reden kostet auch soviel Arbeitszeit, wir haben ja dafür keine Zeit, weil wir soviel zu tun haben.

Hört sich das ganz leicht frustriert an oder einfach lustig? Ich weiss es nicht und heute soll es mir nun auch egal sein.

Da fällt mir noch mein Lieblingsspruch von Pippi Langstrumpf zu ein: Man kann nicht immer nur Spass haben.

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Christ Church
Was ist so besonderes an der Christkirche in Oxford?
Lewis Carroll hat sich für seine weltbekannte Geschichte
Alice im Wunderland
inspirieren lassen.

Der Eintritt beträgt schlappe 6Pfund und ich habe Pech, dass die Hälfte der Sehenswürdigkeiten gerade geschlossen ist. Zum Beispiel der Speisesaal. Zum Beispiel die Bibliothek und die Galerie.

Ich habe aber auch Glück, denn ich komme ohne Warteschlange hinein.

Dafür wird mir das größte und imposanteste College in Oxford versprochen.

Fangen wir mit dem großen quadratischen Innenhof an. Er heißt Tom Quad.
Innenhof der Christkirche
Der Turm heißt dementsprechend Tom Tower.
Die 7 Tonnen schwere Glocke darin Great Tom.

Die Christkirche ist gleichzeitig College-Kapelle.

Fenster in der Christchurch
Darin gibt es zu entdecken:
Das Jonas-Fenster
Das St Frideswide Fenster
Das Beckett-Fenster
Das Katharinenfenster

Den Schrein
Den Bell Altar
Das Deckengewölbe
Deckengewölbe

Ich finde ja auch den Fußboden sehenswert.
Fußboden

Draußen tobt der Verkehr. Ihr seht einen Sightseeingbus.
Sightseeing

Und hier noch ein wenig Natur.
Blumen vor der Christkirche
Sozusagen der Klostergarten.

Aber wenden wir uns wieder den weltlichen Dingen zu:
Dem Souvenirshop.
Alice shop

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