Samstag, 12. Juni 2010
Die Jagd nach dem Schweinehund
So bin ich nun also auf der Jagd nach dem Schweinehund.
Ich stelle mir vor, das etwa so wie die Ghostbusters zu machen. Mein Werkzeug ist die Kamera. Wenn ich es schon kaum schaffe, ein Kaninchen zu fotografieren, wie schwer muss es dann erst sein, einen echten Schweinehund zu erwischen? Und wenn ich ihn dann habe, wird er in der Kamera eingesperrt und nie wieder rausgelassen. Klingt doch logisch, oder?

Aber wie sieht der Schweinehund aus? So wirklich weiss ich es nicht. All die Bilder im Internet über den Schweinehund sind reine Phantasie. Mein Schweinehund sieht so ganz bestimmt nicht aus!

Also dachte ich mir: Ich werde mal einen Steckbrief machen und eine Belohnung ausloben.
WANTED!
Schweinehund

Tja ,aber viel weiter kam ich dann nicht.
Also ging ich die Sache wissenschaftlich an. Welche Informationen liegen vor? Welche Vermutungen lassen sich mithilfe des Internet und vom Hörensagen treffen? Hier das Ergebnis, ein echtes handgeschriebenes Mindmap:
Schweinehund Mindmap

Heute war ich tatsächlich im Pool, allerdings erst nach der Arbeit. Morgens war es mir dann doch entsetzlich zu kalt. Aber vielleicht hat sich ja doch der Schweinehund ganz in der Nähe versteckt?

Abends war ich dann noch meinen beliebten Freitag-Abend-Spaziergang machen und auf Fotopirsch. Schaut genau hin, vielleicht ist ja der Schweinehund dabei?

Hier der Tümpel hinterm Haus:
Tümpel

Gegenlicht:
Gegenlicht

Bärenklau an der Themse:
Bärenklau an der Themse

Brücke, die 6,5 Tonnen tragen kann:
Brücke 6,5t
Ich würd's nicht drauf ankommen lassen.

Ein Hausboot mit Antenne:
Hausboot auf der Themse
Ich würd mal sagen, Westempfang ist okay. Aber mal im Ernst: Hier gibt es irre viele Hausboote und die meisten haben gleich einen Dachgarten, also ein paar Blumentöpfe obendrauf stehn.

Mohn:
Mohn

Himmel:
Himmel

und zurück am Tümpel:
Tümpel

Gute Nacht!

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Donnerstag, 10. Juni 2010
Schweinehund
Heute morgen habe ich meine guten Vorsätze wahrgemacht und bin gleich nach dem Aufstehen in den Pool getaucht. Es gab keine Ausrede mehr wegen Veralgung oder akutem Regen. Es war recht kühl und ich wusste ja, dass mich danach eine heiße Dusche erwartet.

Dann war ich doch etwas erschöpft. Nicht dass ich lange im Pool drin gewesen wäre oder viel geschwommen wäre. Bin es nur einfach nicht gewohnt. Muss also mein Maß finden. Wenigstens war ich dann richtig wach. Mal sehen, welche Ausrede mir morgen einfällt.

Hab ich schon über den Schweinehund berichtet? Viele Engländer haben in der Schule mal ein wenig Deutsch gelernt. So einfache Wörter wie Schwein und Hund sind da meist dabei. Aber mit Schweinehund können sie nicht viel anfangen. Anscheinend gibt es keine annähernd blumige Beschreibung wie im Deutschen. One's weaker self meint dict.cc.

Ja die englische Sprache. Ich mache Fortschritte. Zwar habe ich mehr denn je das Gefühl, mich unglaublich schlecht auszudrücken. Aber ich kann mittlerweile schon während ich rede feststellen, dass ich lauter grammatikalischen Unsinn verzapfe. Diese Erkenntnis ist völlig neu und zeigt davon, dass mein Gehirn soviel Routine hat, dass es noch Kapazität dafür hat, zu bemerken, dass meine Satzkonstruktionen und Zeitformen anders als die der Einheimischen klingen.

Gestern habe ich "she" über eine Tomate gesagt. Natürlich sind Tomaten, selbst wenn sie auf den Boden kullern, im Englischen einfach "the" oder "it". Niemals "she did falled down" (awfull!)

Manchmal kürze ich schon ab. Cause anstelle because. Und die Ausspache von but hier ist einfach - unaussprechlich! So ein bisschen wie bht.

Ich lerne auch neue Wörter: "uplifting" ist die beste Charakterisierung für unsere Gospelmusik. Ich kann mir das ziemlich bildlich vorstellen: Mit dem Fahrstuhl nach oben und der Bayer sagt zum Ostfriesen: Grüß Gott! Und der Ostfriese (Vorpommer) antwortet: so hoch fahre ich nicht. Uplifting bedeutet in etwa erbaulich und da ist die göttliche Assoziation schon ganz okay. Schliesslich sind Gospel ja auch Bibelpassagen. I am telling the gospel truth : ich erzähle die reine Wahrheit - ;-)

Und ich habe mein Oxford Advanced English Learners dictionary wieder hervorgekramt. Das erklärt englische Worte mit englischen Worten. Wenn ich da erst anfange, komme ich vom Hundertsten ins Tausendste. "To Chase" (jmd. jagen/ auf der Arbeit verwendet als jmd. festnageln), "Paper chase" (Schnipseljagt), "steeple chase" (Hürdenlauf oder -reiten). Und dann finden sich auf jeder Seite weitere spannende Begriffe. Bis dass der Kopf schwirrt.

Noch ein Buchtipp gefällig für die Daheimgebliebenen? In
"Nothing for ungood" beschreibt ein Amerikaner (John Madison) die seltsamen Gepflogenheiten der Deutschen. Lustig und der Rest des Buches ist in Deutsch erhältlich. Mit am besten in Erinnerung ist mir die Passage, wo die verschiedenen Fälle von "der" beschrieben werden:
der die das die
des der des der
dem der dem den
den die das die

Im Englischen tut mensch sich da schon leichter:
the the the the
the the the the
the the the the
the the the the

Nachschlag: http://nothingforungood.com/ Have fun!

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